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Kato Javakishvili
(Georgien / München - Georgia / Munich)
⇒ Focus PEN Writers in Exile
In ihrem literarischen Werk, das Prosa, Lyrik und Drama umfasst, setzt sich Javakhishvili u.a. mit politischer Gewalt, historischer Erinnerung und Macht auseinander. Sie vertrat Georgien bei der Frankfurter Buchmesse und bei internationalen Literaturfestivals; ihre Texte wurden bisher in acht Sprachen übersetzt.
Daneben hat die für ihre proeuropäische Haltung bekannte Autorin in Tiflis die NGO »Art & Society« gegründet. Sie organisierte Kulturprojekte wie die von der Friedrich-Ebert- Stiftung geförderte Initiative »Georgiens europäischer Weg«.
Mit Inkrafttreten des sogenannten Agentengesetzes, das Medien und NGOs in Georgien stark reguliert, geriet Kato Javakhishvili 2024 ins Visier staatlicher Organe.
In her literary work, which spans prose, poetry, and drama, Javakhishvili engages with political violence, historical memory, and power, among other themes. She represented Georgia at the Frankfurt Book Fair and at international literature festivals; her texts have so far been translated into eight languages.
In addition, the author, who is known for her pro-European stance, founded the NGO “Art & Society” in Tbilisi. She organized cultural projects such as the initiative “Georgia’s European Path,” which was funded by the Friedrich Ebert Foundation.
With the entry into force of the so-called agent law, which heavily regulates media and NGOs in Georgia, Kato Javakhishvili came under the scrutiny of state authorities in 2024.

იავნანა კაცებისთვის
From Poetry collaction Llaby for males »/ publishing house INTELEQTI/2022
თქვენ, ვინც მოხვედით ამა სოფლად
და იტვირთეთ ტვირთი ჩვენი და უძლურებანნი ჩვენნი.
თქვენ, ვინც გაგვიძვალეთ მკერდქვეშ ჩვენ და საშვილოსნოში ჩაგვისახეთ ნაყოფი თქვენი.
თქვენ, ვინც დაგვარქვით ნეკნი თქვენი და მოლოდინით ავსებულებს
ჩამოგვფერთხეთ ტანიდან მტვერი.
თქვენ, ვინც დაგვპირდით:
რომ დაგვიცავთ, გამოგვკვებავთ, რომ იომებთ
უდარაჯებთ ჩვენს ბავშვივით მშვიდ ძილს.
ჩვენ - ვინც მოგენდეთ, მოგეყუდეთ
და ლოდინისგან მოვზილეთ სურვილის ცომი.
„პური ეს ჩვენი არსობისა“ - სხეულიდან - თონეში ჩაკრული შვილი.
„სისხლი ეს ჩვენი არსობისა“ - მორჩილება - ნელსაცხებლით დაბანა ფეხის.
ჩვენ, ვინც გირწმუნეთ,
თქვენ - კედლები.
თქვენ - სანგრები.
თქვენ - სიმშვიდე
სიყვარულში გაქცევა თვალის...
და იქ, სადაც სიყვარული შეცოტავდება და სიხარული დამოკლდება
და დედამიწა - ეს გაუღვივებელი ხორბალი,
ყველა მანამდე არსებულ კანონსა და წესს დაარღვევს და
სადაც ხნულებად გაკვალული წარსული თოვლით დაიფარება
და ყველა კედელი დაინგრევა და სიცოცხლის სანგრებში
ჩვენთვის ადგილი არ იქნება და მოთმინებაც არ იქნება და
სადაც მორჩილებაც არ იქნება და თავადვე გავხდებით სანგრები,
რომ ჩვენი ტანიდან გამოწელილი სიცოცხლე როგორმე დავიცვათ
და ჩვენი გაწყალებული სისხლით გამოვკვებოთ ჩვენივე მატლები,
რომლებსაც თქვენ დაბადება და ამ დაბადებაში სიკვდილი მიუსაჯეთ,
სადაც ჩვენს შრომისგან გაუხეშებულ ხელისგულებზე
სარეცხისსაპნიბუშტისოდენა ტკივილი გვალვიანი ღამეებით ჩაიფუშება
და სპილენძის მავთულხლართებზე
დენდარტყმული ჩიტებივით ჩამოვეკიდებით,
რომ დიდი ქალაქების ცათამბჯენების ქვეშ მოქცეული თქვენი ძილი
როგორმე დავაფრთხოთ,
და სიკვდილნარევი იავნანით გამოღვიძება გაიძულოთ,
იქ, სადაც თქვენ უკვე დიდი ხანია გძინავთ,
ჩვენ კი სიფხიზლე დანაშაულის გრძნობასავით შევითვისეთ,
იქ, სადაც ჩვენ განვკაცდით, სიძლიერე მოვიგონეთ და ამ სიძლიერეში
ბავშვობის კაბასავით დაგვიმოკლდით,
იქ, სადაც ჩვენ გვინდოდა ვყოფილიყავით სუსტები
რომ ამ სისუსტეში ყოფნა,
თქვენთვის ყველაზე დიდი სიძლიერე ყოფილიყო,
თქვენთვის, ვინც მოხვედით ამა სოფლად
რომ გეტვირთათ ტვირთი ჩვენი და უძლურებანნი ჩვენნი
და ცოდვები ჩვენი, -
ახლა თქვენი საზიდი იყოს.
A Lullaby for Men
You who have come to this life
And took our burden and our weaknesses.
You who’ve turned our under-breast to bone and poured your fruit in our womb.
You who have named us your rib and, while we were full of expectation,
Brushed the dust off our bodies.
You who promised:
You’d protect, you’d feed us, you’d fight the war
Guard our sleep of childlike tranquility.
Us – who have trusted in you, leaned upon you
And moulded, from waiting, the dough of desire.
“This, our daily bread” – out of body – a child forming in bakery.
“This, our daily blood” – submission – washing feet in a lachrymal vase.
Us, who have come to believe you.
You – the walls
You – the foxhole
You – tranquility
An eye, seduced, fleeting in love…
And there, where love runs dry and happiness shortens
And the earth – this unsprouted corn,
Will violate all the laws and rules that have existed before it and
Where the furrowed lines of past will be covered by snow
And all the walls will fall and in the foxholes of life
There will be no room for us and there will be no patience either and
Where there will be no submission and we ourselves will turn into foxholes
So that we can somehow protect this life stretched out of our body
And we can feed our own maggot on our liquefied blood,
The maggots you condemned to life and in that life to death,
Where on our palms hardened from labour
A pain the size of a bubble of soap will flop with the droughty nights
And we will hang from the copper barbed wires
Like the electricity-struck birds
So that we can somehow upset
Your sleep under the skyscrapers of the great cities
And force you to wake up by the death infused lullaby,
There, where you have been sleeping for a long time
As for us, we have assimilated the vigil with the sense of culpability,
There, where we have become men, invented vigor and in this vigor
You’ve grown short on us like a childhood dress,
There, where we have wished to be feeble
So that this being feeble
Could be your greatest vigor,
For you, who have come to this life
To carry our burden and our weaknesses
And our sins, -
Let them be your onus now.
Translated by Irakli Yolbaia
Ein Wiegenlied für Männer
Ihr, die ihr auf dieser Welt erschienen seid
und unsere Lasten und unsere Ohnmachten abgenommen habt.
Ihr, die ihr unter der verknöcherten Brust in der Gebärmutter eure Leibesfrucht erzeugt.
Ihr, die ihr uns eure Rippe nanntet und uns, als wir mit Erwartung erfüllt waren, den Staub vom Körper abgeklopft habt.
Ihr, die ihr uns versprochen habt,
uns zu schützen, uns zu ernähren, zu kämpfen,
unseren kindlich ruhigen Schlaf zu überwachen.
Wir – die wir euch vertrauten, uns an euch stützten,
voller Erwartung den Wunschteig kneteten.
„Unser täglich Brot“ – vom Leib- in den Tonofen gegebenes Kind.
„Unser täglich Blut“- gehorsam – mit der Salbung Füße waschen.
Wir, die wir an euch geglaubt haben,
ihr – die Mauer.
Ihr – die Schützengräben.
Ihr – die Ruhe,
das Auge flüchtet sich in die Liebe...
Und da, wo die Liebe weniger wird und die Freude nur ganz kurz
und die Mutter Erde – dieser ungekeimte Weizen,
bis dahin vorhandene Gesetze und Regeln brechen wird und
wo die gefurchte geprägte Vergangenheit von Schnee bedeckt sein wird
und alle Mauern fallen werden und es im Schützengraben des Lebens
keinen Platz und keine Geduld für uns geben wird und
wo es keinen Gehorsam geben wird und wir selber zu Schützengräben werden,
um das aus unserem Körper ausgetretene Leben irgendwie zu schützen
und unsere eigenen Würmer mit unserem wässrigen Blut zu füttern,
die von euch zur Geburt und mit dieser Geburt gleich zum Tode verurteilt wurden,
wo auf unseren von der Arbeit grob gewordenen Handflächen
der wäscheseifenblasengroße Schmerz der trockenen Nächte aufplatzen wird
und wir uns wie von einem Stromschlag getroffene Spatzen
an die kupfernen Leitungen
hängen,
um euren unter den Wolkenkratzern der großen Städte liegenden Schlaf
irgendwie zu verschrecken,
und euch zu zwingen, mit dem mit dem Tod vermischten Wiegenlied aufzuwachen,
da, wo ihr schon seit langem schlaft,
haben wir uns das Wachsein wie ein Schuldgefühl angeeignet,
da, wo wir männlich geworden sind, haben wir unsere Macht erfunden und in dieser Macht
seid ihr so kurz geworden wie die Kleider aus unserer Kindheit,
da, wo wir schwach sein wollten,
damit die Existenz in dieser Schwäche
Euch Kraft gäbe.
Ihr, die ihr auf dieser Welt erschienen seid,
um uns unsere Lasten und unsere Ohnmachten abzunehmen.
Und unsere Sünden,-
Und seien es auch eure, zu tragen
Aus dem Georgischen übersetzt von Wachtang Tscheischwili
